Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Drehsegmenttor und Hochwasserschutz

Die neue Staustufe wurde auf der Basis umfangreicher Modelluntersuchungen geplant. Wichtig dabei war auch hier vor allem die Gewährleistung der ausreichenden Hochwasserabfuhr. Künftig wird die Schiffsschleuse mit zur Hochwasserabfuhr herangezogen. Dazu wird sie mit einem Drehsegmenttor ausgestattet. Anders als die bisherigen Schleusentore, die nur geöffnet werden können, wenn zu beiden Seiten der gleiche Wasserstand herrscht, kann das Drehsegmenttor gegen die Strömung bei Hochwasser geöffnet und wieder geschlossen werden. So kann es aktiv für den Abfluss des Hochwassers eingesetzt werden.

Wie funktioniert ein Drehsegmenttor?

Eine Schleuse besteht aus Oberhaupt, Unterhaupt und Schleusenkammer. Das Drehsegmenttor befindet sich als Obertor im Oberhaupt und hält den Wasserstand der Haltung im Oberwasser. Ist die Schleuse vollständig gefüllt, wird das Tor abgesenkt und das Schiff kann einfahren, das Obertor wird geschlossen. über Schütze im Untertor Umlaufkanäle am Unterhaupt wird dann das Wasser abgelassen, bis der Wasserstand im Unterwasser erreicht ist. Das Untertor wird geöffnet und das Schiff kann rausfahren. Das Hochschleusen erfolgt vom Unterwasser her. Das Untertor wird geschlossen, das Obertor leicht geöffnet und die Schleuse mit einströmendem Wasser gefüllt. Wenn die Schleuse den Wasserstand der Haltung im Oberwasser erreicht hat, wird das Obertor voll geöffnet und das Schiff fährt aus.

Das Drehsegmenttor ist ähnlich geformt wie ein halber Zylinder mit einer Einbuchtung (Füllmuschel) im unteren Bereich.

  • Tor geschlossen: In senkrechter Position (Staustellung) hält das Drehsegmenttor den Wasserstand in der oberen Haltung.
  • Füllstellung: Schwenkt es leicht nach unten, kann das Wasser über die Füllmuschel in die Schleusenkammer strömen.
  • Tor offen: Nach dem Füllen schwenkt es in eine Nische in der Sohle - die Schiffe können einfahren.