Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Neubau der Staustufe Obernau - WNA Aschaffenburg

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Inhalt: Wichtiges Ziel: Hochwasserschutz

Der Neubau der Staustufe stellt Planer und Ingenieure vor besondere Herausforderungen. Beim Bauen im Fluss gilt es nicht nur, den Schifffahrtsverkehr auf der wichtigen Wasserstraße Main störungsfrei aufrechtzuerhalten. Vor allem der Hochwasserneutralität muss große Aufmerksamkeit gezollt werden. Der Einsatz moderner Technik und neuer Materialien leistet hier aktive Schützenhilfe.

Hochwasser ist am Main kein seltenes Ereignis. Mainhochwässer treten hauptsächlich im Winterhalbjahr auf, häufig nach einer ergiebigen Regenperiode oder auch in Verbindung mit der Schneeschmelze. Im Laufe der Jahrhunderte gab es zahlreiche Überschwemmungen des Mains, die jeweils große Schäden anrichteten. Die Mainbrücken in Würzburg und Frankfurt wurden mehrmals durch Hochwasser zerstört.

Einen wichtigen Bestandteil der hydraulischen Voruntersuchungen zum Neubau der Staustufe Obernau bildete daher die Wahrung der Hochwasserneutralität. Dabei geht es darum sicherzustellen, dass durch die Baumaßnahmen die notwendige Hochwasserabfuhr nicht verhindert, sondern weiterhin ausreichend ermöglicht wird. Im Falle von Obernau kein einfaches Unterfangen. Denn das Bauen im Fluss - das sogenannte wasserseitige Bauen - führt zur Verengung des Flussquerschnitts. Das kann zur Folge haben, dass ein eventuelles Hochwasser nicht ausreichend abfließen kann.

Um die Hochwasserneutralität zu wahren, muss der Fluss daher auf einer Seite erweitert werden. Deshalb startet der Bau der Staustufe auch mit einem Rückbau des unbewohnten Niederberger Ufers. Das Ufers wird auf einer Länge von ca. 1,7 Kilometern, oberhalb der Staustufe um bis zu 30 Meter, auf der Höhe des neuen Wehrs auf bis zu 70 Meter Tiefe zurückverlegt.

Aber die Uferrücknahme alleine reicht nicht. Auch während des Bauens muss stets darauf geachtet werden, dass der Querschnitt des Flusses nicht zu stark eingeengt wird. Dazu wird der Bau in viele kleine Baufenster geteilt. Und dies ist auch der Grund für die relativ lange Bauzeit von insgesamt siebeneinhalb Jahren.

Künftig wird auch die Schiffsschleuse mit zur Hochwasserabfuhr herangezogen. Dazu wird sie mit einem Drehsegmenttor ausgestattet, das aktiv für den Abfluss des Hochwassers eingesetzt werden kann.