Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Neubau der Staustufe Obernau - WNA Aschaffenburg

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Inhalt: Rückverlegung des Niedernberger Ufer ist notwendig

Der wasserseitige Bau der neuen Staustufe führt notwendig zur Verengung des Flussquerschnitts. Das könnte zur Folge haben, dass ein eventuelles Hochwasser nicht ausreichend abfließen kann. Um die Hochwasserneutralität zu wahren, muss der Fluss auf einer Seite erweitert werden. Deshalb startet der Bau der Staustufe auch mit der Zurückverlegung des Niedernberger Ufers. Geplant ist der Rückbau des Ufers auf einer Länge von ca. 1,7 Kilometern, oberhalb der Staustufe um bis zu 30 Meter, auf der Höhe des neuen Wehrs auf bis zu 70 Meter Tiefe. Dabei gehen Teile des Weichholzauwalds nordwestlich sowie die Eichen-Hainbuchen-Feldgehölze im Süden der Staustufe verloren. Ein Teil davon – ca. 6,0 ha – wird nur vorübergehend beansprucht und rekultiviert. 10,8 ha gehen dauerhaft verloren, werden aber an anderer Stelle durch Kompensationsmaßnahmen von insgesamt 20,0 ha wieder ausgeglichen. Die Uferrücknahme und der damit verbundene Verlust von Bäumen und Gehölzen hat auch Auswirkungen auf die Lebensräume vieler Tiere wie Fledermäuse, Zauneidechsen, Käfer oder Insekten. Das haben die Bestandsaufnahme und nachfolgende Bewertung ergeben. Zum Schutz dieser Tiere wird es Umsiedlungs- und weitere Schutzmaßnahmen, wie z.B. ein Zauneidechsen-Habitat, geben. Insgesamt jedoch werden für den Bestand und die biologische Vielfalt langfristig keine nachteiligen Folgen erwartet, da Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen die Eingriffe in die Natur wieder kompensieren.

Luftbild bestehende Staustufe Obernau Linkes Ufer Niedernberg

Langfristig positive Auswirkungen für Mensch und Natur

Auch wenn der Rückbau des Ufers zunächst tiefgreifende Folgen für Flora und Fauna hat, langfristig könnte sie großen Nutzen sowohl für die Natur, als auch für die Menschen bringen. Denn: Der Uferrückbau erweitert die Wasserfläche und vergrößert damit den Lebensraum für alle Wasserlebewesen. Zusätzlich werden im Uferbereich auentypische Lebensräume geschaffen, die die biologische Vielfalt erhöhen. Vor allem die Fische profitieren von der neuen Fischaufstiegsanlage und der Schaffung von Flachwasserbereichen.

So bietet der Neubau der Staustufe die Chance, die Mainauen auf der Niedernberger Seite neu zu gestalten. Langfristig entsteht hier direkt am Main eine reizvolle Naturlandschaft mit hohem Freizeit- und Erholungswert. Auf einem Weg parallel zum Ufer können dann Anwohner, Besucher und Touristen am Main entlang spazieren, wandern oder radfahren, den erweiterten Fluss und die neue Uferlandschaft mit Auen und Flachwasserbereichen in Augenschein nehmen und genießen. Denn obwohl als Betriebsweg geplant, wird der neue Uferweg der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Beispiel einer blütenreichen Grünfläche Beispiel für Parallelbauwerk Beispiel für ein Zauneidechsenhabitat Beispiel für ein Zauneidechsenhabitat