Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Neubau der Staustufe Obernau - WNA Aschaffenburg

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Inhalt: Neubau der Staustufe

Lageplan Gesamtanlage

Lageplan Gesamtanlage zum Download

Die Neuplanung der Staustufe Obernau umfasst den flussseitigen Bau der neuen Schiffsschleuse und Bootsschleuse mit den jeweiligen Vorhäfen, den Bau des neuen Wehrs mit integrierter Fischabstiegsanlage und der Fischaufstiegsanlage.

Maße der neuen Staustufe auf einen Blick

Gesamtlänge Staustufe ca. 950 m
Tiefe von OK Planie bis OK Kammersohle 9,50 m
Nutzlänge Kammer 300 m
Nutzbreite Kammer 12,50 m
3 Wehrfelder, Breite pro Feld 40,0 m (Achsmaß)
Fallhöhe 4,01 m
Warteplatz oberer Vorhafen 135,0 m Landseite / 190,0 m Wasserseite
Warteplatz unterer Vorhafen 190,0 m Landseite / 135,0 m Wasserseite
Stauziel Oberwasser NN + 112,52 m
Stauziel Unterwasser NN + 108,51 m

Die neue Schiffsschleuse

Die neue Schiffsschleuse wird parallel zur alten Schleuse in den Fluss gebaut. Ihre Maße richten sich nach den Bemessungsgrundlagen für die Bundeswasserstraße Main. Wie ihre Vorgängerin wird sie eine nutzbare Kammerlänge von 300 m haben. Die Kammerbreite wird mit 12,50 m um einen halben Meter erweitert. Im Zuge des Neubaus werden die Vorhäfen vergrößert, so dass künftig mehr Warteplätze zur Verfügung stehen werden. Schleusenkammer und Trennmolen werden mit Steigleitern, Kanten- und Nischenpollern ausgerüstet und bieten somit auch Sicherheit für die Schiffe. Neu: Die Schleuse soll künftig mit zur Hochwasserabfuhr herangezogen werden. Dazu wird sie mit einem Drehsegmenttor ausgestattet. Anders als herkömmliche Tore ermöglicht ein Drehsegmenttor das Öffnen und Schließen bei unterschiedlichen Wasserständen und kann so Wasser durch die Schleusenkammer ablassen.

Die neue Bootsschleuse

Die Schleuse für Sportboote ist zwischen dem neuen Wehr und der neuen Schiffsschleuse geplant. Ihre Kammerlänge beträgt 20 m, die Kammerbreite 4 m. Sie orientiert sich an den Empfehlungen für die Gestaltung von Wassersportanlagen an Binnenwasserstraßen. Auch sie erhält Vorhäfen in beiden Richtungen mit ausreichenden Warteplätzen für die Sportboote.

Das neue Wehr mit integrierter Fischabstiegsanlage

Blick auf das neue Wehr

160 m unterhalb der bestehenden Wehranlage wird das neue Wehr errichtet. Gewählt wurden wie bisher drei Wehrfelder von jeweils 40 m Breite (Achsmaß). Neu: Das Wehr wird als wassergefülltes Schlauchwehr geplant. Dabei wird ein Schlauch je Wehrfeld, bestehend aus mehreren Lagen Kunststoffgewebe, auf einer drei Meter dicken, verankerten Stahlbetonplatte befestigt. Füllt man den Schlauch mit Wasser, hält er das Mainwasser zurück, lässt man es ab, kann der Fluss darüber hinweg fließen. Über die Regulierung der Füllmenge und des Innendrucks lassen sich so die gewünschten Stauhöhen einstellen.

Die Fischabstiegsanlage wird in die neu zu errichtende Wehranlage integriert und befindet sich in den jeweiligen Wehrpfeilern. Der abstiegswillige Fisch schwimmt hierbei durch eine der Einstiegsöffnungen in den ausgehöhlten Pfeilerquerschnitt durch seitliche Einstiegsöffnungen ein. Die Einstiege sind oberflächennah als auch sohlnah angeordnet. Sie befinden sich an den mittleren Wehrpfeilern auf beiden Flankenseiten und im an den Kraftwerkskanal angrenzenden Wehrpfeiler nur auf der wehrseitigen Flanke. Der an die Bootsschleuse angrenzende Wehrpfeiler ist nicht für den Fischabstieg vorgesehen.

Wasserkraftwerk

Das bestehende Wasserkraftwerk wird über eine Trennwand an die neue Wehranlage angeschlossen. Aufgrund der zu erwartenden Fließgeschwindigkeiten im Kraftwerkskanal wird die Sohle mit Wasserbausteinen gesichert.

Fischaufstiegsanlage

Blick auf das neue Wehr und Fischeinstieg 2

Die bisherige Fischtreppe wird durch eine ausgeklügelte Fischaufstiegsanlage ersetzt. Sie bietet den Fischen zwei Einstiege für eine gefahrlose Überwindung der Staustufe: einen am Kraftwerkskanal und einen 70m oberhalb der Wehrachse. Gewählt wurden technische Aufstiegsanlagen, sog. Schlitzpässe. Dabei überwinden die Fische den Höhenunterschied über treppenartig angelegte Becken, deren Trennwände mit Schlitzen versehen sind. Über ein Raugerinne, einem naturnahen Bachlauf, werden die Fische um das Kraftwerk herum in den Main zurückgeleitet.